Inhaltsstoffe - nicht ganz so schlimm wie sie auf den ersten Blick scheinen

Beschreibung Definition Erklärung Inhaltsstoffe Spülmittel

Wenn man sich die Inhaltsangaben von Wasch- und Spülmittel durchliest, findet man wahrscheinlich schnell einige Begriffe die man nicht kennt und die einen verunsichern.

Ist es denn wirklich so grün und umweltverträglich wie es beworben wird? Was versteckt sich hinter den ganzen komplizierten Namen, die man kaum aussprechen kann?

Um diese Sorge etwas zu mildern zeige ich dir hier am Beispiel der Spülmaschinentabs von Ecover was sich hinter der Liste komisch klingender Bezeichnungen befindet.

Viel Spaß beim entwirren der komplizierten Bezeichnungen!

 Sodium Citrate (übersetzt Natriumcitrat)

    • Natriumcitrat ist als Salz der Zitronensäure Bestandteil des Energiestoffwechsels und damit jeder lebenden Zelle. Etwa zwei Kilogramm Citrate (so werden die Zitronensäure-Salze auch genannt) setzt der menschliche Körper durchschnittlich pro Tag um.
    • In der Lebensmittelindustrie taucht der Zusatzstoff auch als E 331 in den Nährstoffangaben auf.

      Natriumcitrat ist für die Lebensmittelproduktion freigegeben. Häufig verwendet man es für Geliervorgänge mit Pektin (Marmeladen, Konfitüren) und als Säureregulator beziehungsweise Säurebildner. Da es Metallionen bindet, verhindert es außerdem, dass Lebensmittel, vor allem solche mit vielen ungesättigten Fettsäuren, schnell verderben. Als Schmelzsalz macht E 331 harten Käse weich.

      Natriumcitrat findet sich unter anderem in diesen Produkten/Produktgruppen: Trocken- und Kondensmilch, Marmelade, Konfitüre, Gelee, Käse, Obst- und Gemüsekonserven, Süßwaren, Desserts, Fleischprodukte, ultrahocherhitzte Ziegenmilch, geschnittenes, verpacktes Obst, Gemüse, Energy Drinks,  Brause- und Backpulver.

      Darüber hinaus wird E 331 in Stoffen wie (Spülmaschinen)Granulat oder Silberkorrosions-Schutzmittel, in der Kosmetik- und Pharmaindustrie verwendet. Im medizinischen Bereich dient Natriumcitrat in Kombination mit anderen Salzen dazu, nach schweren Durchfall-Erkrankungen das Wasser- und Mineraliengleichgewicht im Körper wiederherzustellen. Zusammen mit Mineralsalzen behandelt man damit Übersäuerungen von Dünndarm und Magen. Ferner wird Natriumcitrat für Darmspülungen, gegen Verstopfung und zur Auflösung von Harnsäuresteinen eingesetzt.

  • Sodium Carbonate (übersetzt Natriumcarbonat)
    • Für gewöhnlich liegt Natriumcarbonat in Form eines kristallinen, weißen Pulvers vor.
    • Dieser unter E 500 zusammengefasste Zusatzstoff besteht genau genommen aus mehreren unterschiedlichen Natriumcarbonaten mit verschiedenen Eigenschaften:
      • Soda (E 500i; Na2CO3, Natriumcarbonat, Dinatriumcarbonat),
      • Natron (E 500ii; Na2HCO3, Natriumbicarbonat, Natriumhydrogencarbonat)
      • Natriumsesquicarbonat (E 500iii; Mischkristall aus Soda und Natron)
    • Natriumcarbonat wird in der Lebensmittelindustrie als Säureregulator, Backtriebmittel und Trägerstoff eingesetzt. Natron und Soda sind gängige Küchenhelfer.
    • Soda wird häufig verwendet, um den Säuregrad von Trinkwasser zu regulieren. Da es zudem an sich unlösliche Lebensmittelbestandteile löslich macht (aufschließt), wird es in Kakao zur Erhöhung der Farbintensität oder in Kaffee-Ersatz als Aufschlussmittel verwendet.
    • Soda verhindert zusammen mit Natron und Dinatriumphosphat die Gerinnung von Kondensmilch. In Schmelz-, Kochkäse oder Brühwurst ist Natriumcarbonat als Dispergiermittel zugelassen, das bedeutet, es unterstützt die optimale Durchmischung von mindestens zwei an sich nicht mischbaren Komponenten.
    • Natriumcarbonat darf auch Bio-Produkten zugesetzt werden, zumindest für solche pflanzlichen Ursprungs. Sollen tierischen Produkten ist das nur in Ausnahmefällen erlaubt – etwa bei Sauerrahmbutter.
    • Unter anderem findet sich E 500 in folgenden Nahrungsmittelprodukten: Backpulver,  Sauerrahmbutter,  Tafelwasser, Schmelz-/Koch-/Sauerrahmkäse, Brühwurst, Kakao- und Kakaoerzeugnisse (z. B. Schokolade), Kaffee-Ersatz/Kaffeezusätze, Brausepulver. Auch in Reinigungsmitteln können Soda und Natron enthalten sein.
    • Natriumcarbonat kann in direktem Kontakt mit Haut oder Augen Irritationen auslösen. Generell gilt Natriumcarbonat aber als gesundheitlich unbedenklich. Es darf so viel davon zugesetzt werden wie notwendig ist, um beim jeweiligen Produkt eine gewisse Eigenschaft zu erreichen (quantum satis).
  • Sodium Carbonate Peroxide (übersetzt Natriumpercarbonat)
    • atriumpercarbonat (2 Na2CO3 · 3 H2O2) ist eine Anlagerungsverbindung (Addukt) von Wasserstoffperoxid H2O2 an Natriumcarbonat (Soda, Na2CO3).
    • Natriumpercarbonat bildet farblose Kristalle, die sich gut in Wasser lösen, die Lösung reagiert stark alkalisch. Der Feststoff ist reizend und ätzend. Unter Wärmeeinwirkung wird ab 50 °C das Wasserstoffperoxid wieder abgespalten, das weiter zu Wasser und aktivem Sauerstoff zerfällt. Mit zunehmender Temperatur steigert sich die Reaktionsgeschwindigkeit.
    • Natriumpercarbonat als Bleichmittel und Oxidationsmittel ist ökologischer als das früher vielfach verwendete Natriumperborat, da es kein Bor enthält. Im Gegensatz zu Natriumperborat ist Natriumpercarbonat für Pflanzen ungiftig. Natriumpercarbonat ist Bestandteil vieler Wasch- und Maschinengeschirrspülmittel. Es setzt beim Reinigungsvorgang über 60 °C Sauerstoff frei, der bleichbare Flecken (unter anderem Tee, Rotwein, Grasflecken, Obstflecken) beseitigt. Die Farbstoffe werden oxidiert und dadurch farblos, teilweise werden fleckenbildende Substanzen sogar in wasserlösliche überführt und mit der Waschlauge entfernt.
  • Disodium disilicate (übersetzt Natriumsilicate)
    • Das Natriumsilikat fungiert auch als Bindemittel, um das geeignete Maß an "Härte" dem kugelförmigen Partikel des Waschmittels zu geben, ohne dass die Löslichkeit des Pulvers im Wasser beeinträchtigt wird.

    • In Wasch- und Reinigungsmitteln kommen hauptsächlich Natriumsilikate zum Einsatz. Die durch sie bedingte Alkalität verstärkt die Reinigungskraft. Darüber hinaus dienen sie als Korrosionsinhibitoren gegenüber bestimmten Maschinenbauelementen. Silikate sind natürliche Mineralien, die auch in großen Mengen in der Natur vorkommen. Sie sind nicht toxisch und verursachen keine Eutrophierung (eine durch menschliche Aktivitäten verursachte Anreicherung des Wassers mit Nährstoffen. Dies bewirkt ein beschleunigtes Wachstum von Algen und höhrenen Formen des pflanzlichen Lebens).
  • Sodium Bicarbonate (übersetzt Natriumhydrogencarbonat / Trivialname: Natron)
    • ist ein Natriumsalz der Kohlensäure und zählt zu den Hydrogencarbonaten.
    • Natriumhydrogencarbonat ist der Hauptbestandteil im Backpulver.
    • Natriumhydrogencarbonat wird oft in Lebensmitteln als Backtriebmittel und in Brausepulvern eingesetzt . Dort findet sich eine Mischung von Natron mit einer festen Säure wie Citronensäure. Aber auch in Badetabletten und in Feuerlöschpulvern kommt es vor. In der Medizin eignet sich Natriumhydrogencarbonat als Antazida gegen Magenübersäuerung, es ist Bestandteil des Bullrich-Salzes. Bei der Enthärtung von Wasser wird es ebenfalls eingesetzt.  
  • Sodium Polyaspartate (übersetzt Natriumpolyaspartat)
    • wirkt als Enthärter
    • Leitungswasser enthält immer auch Calcium- und Magnesiumionen. Ist der Gehalt hoch, ist das Wasser hart und kann den Waschprozess negativ beeinflussen. Zum Beispiel bilden Seifen in hartem Wasser die bereits erwähnten Kalkseifen. Deshalb enthalten auch viele Produkte aus dem Ökofachhandel Stoffe, die das Wasser weicher machen. Genutzt werden beispielsweise Zeolith, ein mineralischer Stoff, der die Ionen des harten Wassers aufnehmen kann und sie gegen Natriumionen tauscht, ferner Citrate (Salze der Zitronensäure), rechtsdrehende Milchsäure oder Polyaspartate. Damit wird zugleich verhindert, dass sich Kalk an der Maschine und an den Textilien absetzt.
  • TAED (ausgeschrieben Tetraacetylethylendiamin)
    • ist ein Carbonsäureamid, das als Aktivator von Bleichmitteln in Waschmitteln eingesetzt wird.
    • TAED fungiert in Waschmitteln als Aktivator von Bleichmitteln wie z. B. Natriumperborat oder Natriumpercarbonat. Eine Bleichwirkung solcher peroxidischen Verbindungen kommt ohne TAED erst oberhalb von 60 °C zustande. Der Einsatz von TAED ermöglicht das Bleichen jedoch bereits bei niedrigeren Temperaturen. Dies beruht auf der Reaktion zwischen TAED und dem peroxidischen Bleichmittel. TAED ist weitestgehend ungiftig und biologisch leicht abbaubar.

  • Sorbitol (auch Sorbit genannt)
    • Sorbit ist ein Zuckeralkohol und kommt in der Natur in bestimmten Pflanzen vor. Industriell wird es heute aus Mais gewonnen. In Kosmetika gilt Sorbit als Feuchthaltemittel und Hydratisierer, und lindert die entfettende Wirkung von Tensiden.
    • gehört zu der Gruppe der Weichmacher
    • Sorbit ist - ähnlich wie Glycerin - eigentlich eine Alkoholart.
      Sorbit gilt als ausgezeichnet verträglich und kann als hydratisierende Substanz bis zu 5 % Einsatzkonzentration, als Weichmacher und Feuchthaltemittel auch bis zu 10 % verwendet werden.
      In hohen Dosierungen wirkt Sorbit antibakteriell. Allerdings nicht in dem Maße, dass auf einem herkömmlichen Konservierer verzichtet werden kann.
  • Sorbitan Sesquicaprylate
    • Inhaltsstoff auf Basis von Sorbitan (Sorbitanhydrid, dehydratisiertes Sorbitol).
    • waschaktive Substanz/verbessert die gleichmäßige Verteilung der Produkte bei der Anwendung.
    • gehört zu der Gruppe der Tenside
    • Tenside (von lat. "tensus" = gespannt) sind Substanzen, die durch ihren amphiphilen Charakter die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit oder die Grenzflächenspannung zwischen zwei Phasen herabsetzen und die Bildung von Dispersionen ermöglichen oder unterstützen bzw. als Lösungsvermittler wirken. Tenside bewirken, dass zwei eigentlich nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Öl und Wasser, fein vermengt werden können. Unter Tensiden versteht man auch waschaktive Substanzen (Detergentien), die in Körper- und Haarreinigungsprodukten, Waschmitteln und Spülmitteln enthalten sind. Moderne Tenside wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt und haben das traditionelle Tensid Seife (Fettsäuresalze) weitgehend verdrängt. Beim Einsatz in der Lebensmitteltechnik oder auch der Kosmetik werden Tenside auch als Emulgatoren bezeichnet. In Shampoos, Duschgels usw. finden Tenside Verwendung, um die Löslichkeit von Fett- und Schmutzpartikeln, die am Körper haften, in Wasser zu erhöhen. Sie bilden die wichtigste Komponente in Kosmetika, um fetthaltige Hautcreme herzustellen.
  • Caprylyl/Capryl Glucoside  (= Zuckertenside)
    • Kondensationsprodukt von Octanol (Caprylalkohol) und Decanol (Caprinalkohol) mit Glucose (Traubenzucker)
    • gehört zu der Gruppe der Tenside (Tenside siehe oben)
    • bildet Schaum durch Einschluss von Luft (oder sonstigen Gasen) in einer Flüssigkeit.
    • rein pflanzlicher Ursprung
      • Für die industrielle Produktion von Zuckertensiden werden ausschließlich nachwachsende Rohstoffe verwendet. Die Kohlenhydrate werden wie Saccharose aus der Zuckerrübe oder aus Zuckerrohr, Glucose aus Stärke und Sorbitol durch Reduktion von Glucose gewonnen. Die Fettsäuren stammen i. d. R. aus Palmöl, in Einzelfällen aus Kokosfett. Durch Reduktion der Fettsäuren lassen sich die Fettalkohole herstellen.
  • Glycerin (auch Glycerol oder Glyzerin)
    • Glycerin ist in allen natürlichen Fetten und fetten Ölen – z. B. Pflanzenölen – chemisch gebunden als Fettsäureester (Triglyceride) vorhanden und spielt eine zentrale Rolle als Zwischenprodukt in verschiedenen Stoffwechselprozessen. Als Lebensmittelzusatzstoff trägt es das Kürzel E 422.
    • Glycering wird als Weichmacher verwendet.
  • Subtilisin
    • Subtilisin ist der Name einer Gruppe von Enzymen, die zur weiteren Gruppe der Serinproteasen gehört und deren katalysierte Reaktion daher die Spaltung von Proteinketten ist. Sie kommen hauptsächlich in Bakterien der Gattung Bacillus vor und werden seit Jahrzehnten industriell u. a. in Reinigungs- und Waschmitteln verwendet oder um Protein aus unzugänglichen oder ungenießbaren Tierteilen zu extrahieren oder diese mürbe zu machen.
    • Subtilisine werden u. a. als Entferner proteinhaltiger Flecken in Waschmitteln in der Konzentration von ein bis fünf Milligramm pro Liter Waschflüssigkeit eingesetzt und es wurden daher mehrere Hundert Tonnen pro Jahr industriell produziert. Neuere künstliche Varianten erlauben eine Reduktion der verwendeten Menge bei gleicher Effizienz.

  • Parfum
    • Ein Parfüm oder Parfum (französisch parfum, von lateinisch per fumum ‚durch Rauch‘; aus der frühen Anwendung von Räucherstoffen) ist ein meist flüssiges Gemisch aus Alkohol und Riechstoffen, das der Erzeugung angenehmer Gerüche dienen soll
  • Limonene
    • Limonen ist ein Naturstoff aus der Gruppe der Terpene
    • Limonen ist das in Pflanzen am häufigsten vorkommende Monoterpen. D-(+)-Limonen ist vor allem in Pomeranzenschalenöl, in Kümmelöl, in Dillöl, in Korianderöl, in Zitronenöl (ca. 65 %) und in Orangenöl (meist >90 %) enthalten.
    • Traditionell wird Limonen als preiswerter Duftstoff eingesetzt.
  • Citral
    • Citral ist das Gemisch aus den cis-trans-Isomeren Geranial (Citral A) und Neral (Citral B). Geranial ist als Duftstoff u. a. in Tomaten zu geringen Anteilen als Abbauprodukt von Lycopen zu finden. Citral ist Hauptbestandteil vom Lemongrasöl. Es ist Alarmpheromon der Blattschneiderameise.
  • Amylase
    • Amylasen (von griechisch Amylon = Stärkemehl) sind Enzyme, die bei den meisten Lebewesen vorkommen und dort Polysaccharide (Mehrfachzucker) abbauen. Ihre Wirkung besteht darin, dass sie Polysaccharide (z. B. Stärke) an den Glykosidbindungen spalten und abbauen.

  • Sodium Gluconate (übersetzt Natriumgluconat)
    • Natriumgluconat ist das Natriumsalz der Gluconsäure, das mittels einer chemischen Reaktion aus dieser hergestellt wird. Natriumgluconat ist in der Lage, Komplexe mit Eise- oder Calciumionen zu bilden und unterstützt damit die Wirkung von Gelier- und Verdickungsmitteln sowie Antioxidantien. Es ist als Komplexbildner, Säureregulator und Stabilisator ohne Höchstmengenbeschränkung für Lebensmittel allgemein zugelassen und unter anderem in Desserts und Obst- und Gemüseerzeugnissen zu finden.
    • Wird als Stabilisator verwendet
    • Stabilisatoren sorgen dafür, dass Stoffe auch während längerer Lagerung unverändert bleiben. So bleiben Aroma, Geschmack, Aussehen und Konsistenz länger erhalten.

 


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